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[ die pinnacles_]

von Nici

Samstag, 28.09.2002

Heute, am Samstag sollte nun endlich unser oft verschobener Pinnacles-Ausflug stattfinden. Die Pinnacles sind ganz eigentümlich geformte Gesteinsbrocken, die etwas an Stonehenge erinnern, nur viel unordentlicher. Sie liegen in einem Nationalpark ca. 300 km nördlich von Perth.

Frühmorgens um 7.30 Uhr starteten wir dann zusammen mit ca. 25 Personen aus vielen Nationen, hauptsächlich Japanern, mit einem allradbetriebenen MAN-Lkw mit Buskabinenaufbau und fuhren zwei Stunden Richtung Norden an der Küste entlang. Unser Fahrer erzählte uns eine Menge sehr interessanter Geschichten über Australien. Während der ersten kurzen Pause hielten wir an einem kleinen Park mit See in der Nähe des Ortes Lancelin. Dort wurden Koalabären gefüttert, was für die Japaner natürlich sehr aufregend war, weil sie alles fotografieren konnten.

 
 

Eigentlich gibt es Koalas nur an der Ostküste Australiens, da es in Westaustralien kaum Eukalyptusbäume gibt. Darum sieht man sie hier nur im Zoo. Der Koala wirkte bei der Fütterung nicht ganz glücklich, aber man muss sich seine Situation mal vorstellen: Man sitzt zu Hause beim Frühstück, und ganz viele Japaner (und wir - ausnahmsweise!) schießen Fotos und betatschen einen und reden japanisch... Schwer vorstellbar? Tja, so geht es unserem Koala jeden Tag!

Unterwegs in Richtung Lancelin sahen wir dann die ersten wirklich wilden Känguruhs. Sie saßen abseits der Straße und liefen erst weg, als wir ihnen zu nahe kamen.

Lancelin selbst besteht eigentlich nur aus zwei Tankstellen, drei Fast-Food-Restaurants und einer Feuerwehrstation. Wir machten eine Frühstückspause (Tilo bekam sogar sein Magnum-Eis!), und unser Fahrer ließ Luft aus den Reifen des Allrad-Busses. Nicht komplett, aber er erklärte uns, dass man in der Düne, zu der er mit uns fahren wollte, besser mit geringem Luftdruck zurecht käme, auch um der Gefahr zu begegnen, im Sand stecken zu bleiben. Wir wussten zwar vorher nichts von einem Ausflug solcher Art, waren aber guter Dinge.

 
 

Nach einigen Kilometern kam dann die Düne, und man hatte uns nicht zu viel versprochen: Es war strahlend weißer Sand, und zwar nur Sand, so weit man sehen konnte. Wir fuhren mit dem Allrad-Bus diverse Sanddünen herauf und wieder herab, was unser Fahrer dann mit dem Lambada-Tanz verglich und die Japanerinnen zu einigen komischen Lauten brachte. Es war dem Achterbahnfahren auf dem Jahrmarkt nicht ganz unähnlich. Anschließend stiegen wir noch kurz aus, machten ein paar Wüstenfotos und fuhren wieder weiter.

Im nahe liegenden australischen Outback trafen wir auf Känguruhs, Emus, Wombats und sogar ein Echidna, eine australische Form unseres Igels. Auch Wattles haben wir entdeckt, das sind grüne Büsche unterschiedlicher Größe mit gelben Blüten. Daher stammen auch die Nationalfarben der Australier, was man beispielsweise an ihren Fußball-Trikots (grüne Hose, gelbes Hemd) sehen kann.

 
 

Nach dieser Exkursion fuhren wir auf dem Highway No. 1, der in Küstennähe einmal um ganz Australien führt und sahen wir hier wieder einmal ein typisch australisches Phänomen: die sogenannten Road Trains. Bei diesen Fahrzeugen werden einfach drei (nicht wie in Deutschland ein) Anhänger an eine LKW-Zugmaschine gehängt. Diese Road Trains brausen dann mit ziemlicher Geschwindigkeit durch das ganze Land. Früher waren sogar noch mehr Anhänger erlaubt, aber das hat die Regierung irgendwann wegen der sich häufenden Unfälle verboten. Trotzdem kann so ein Road Train mit nur drei Anhängern immer noch die imposante Länge von fast siebzig Metern erreichen! Tja, hier ist eben alles ein wenig größer ...

Endlich bei den Pinnacles angekommen, konnten wir tausende von mannshohen Felssäulen bestaunen, die in unterschiedlichen Formationen stehen, so weit das Auge reicht. Vorbeifahrende Seefahrer dachten früher sogar, dass es sich hierbei um eine alte Ruinenstadt handeln würde. In Wirklichkeit handelt es sich bei den Pinnacles aber um Erusion, die durch Umwelteinflüsse entstanden ist.

 
 

Es ist wirklich ein beeindruckendes Panorama und man kann verstehen, dass sie für die Aboriginies einen heiligen Ort darstellen. Nach diversen Fotoshootings sangen wir zur Überraschung der Japaner und des Busfahrers noch zwei Songs und Matthias nahm das Ganze mit der Videokamera auf. Kaum vorzustellen, die 6-Zylinder geben ein Konzert in der Wüste!

Noch einen kurzer Abstecher zum Meer - am Strand sangen wir für die Videokamera noch EBBE UND FLUT.

Zurück in Perth machten wir uns fertig zum Abendprogramm. Im Sebel-Hotel wurden wir schon von den anderen Teilnehmern des "In Unison-Festivals" sehnsüchtig zur Abschlussparty erwartet. Es wurde ein feucht-fröhlicher Abend mit viel Foto- und Adressen-Tausch und der allseitigen Feststellung: Wir müssen unbedingt wiederkommen!!!

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