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| [FÜR EILIGE: Zusammenfassende Informationen über 6-Zylinder | |||||
[ abschied und rückflug_]Henrik zum zweiten und letzten Montag, 30.09.2002Unser letzter Tag in Australien, ein bisschen Wehmut kommt schon auf! Hier wird heute Queens-Birthday gefeiert, dass heißt es ist Feiertag. Alle Läden sind zu, keine letzten Andenkenkäufe mehr, die die Konsum- und Souvenirgelüste befriedigen und den Abschied etwas erleichtern könnten. Übrigens ist heute nicht der echte Geburtstag von Elisabeth Windsor, der Tag passt den Westaustraliern nur besser in den Terminkalender. In Ostaustralien wird wieder an einem anderen Tag gefeiert, der aber ebenfalls falsch ist. Winne und ich machen auf tollkühn: Wir fahren zum Strand und springen in den winterlichen indischen Ozean (ganz oder gar nicht; nicht nur mit den Füßen, wie bisher). Ich habe es meiner Tochter am Telefon versprechen müssen. Winne ist, glaube ich, von allein so mutig. Auf jeden Fall war es sehr kalt, aber schön. Wir waren noch nicht einmal allein am Strand, die Badesaison beginnt so langsam. Da wir den Zug verpassen, kommen wir ein wenig zu spät. Schnell werden unsere 128 Gepäckstücke auf 4 PKW verteilt und zum Flughafen gefahren. Ein letztes Mal ist die große Runde dieser Australientour zusammen: 6-Zylinder, Matthias, Christine und Achim Burmeister, Chesterina und Viktoria Sim Zecha.
Das Einchecken der Koffer wächst sich zur Katastrophe aus: wir haben ca. 100 kg Übergewicht (also, das Gepäck!). Das waren 65 kg mehr als auf dem Hinflug (das können nur die Goldbarren von Hermann sein). Jedes Kilo soll 35 Dollar zusätzliche Frachtgebühr kosten. Alternative: Unsere bereits abgefertigten Koffer wieder aus dem Flugzeug holen. Nach langem und zähem Feilschen von Christine und Chesterina einigt man sich auf 275 Dollar. Ich sage mal: Punkteteilung. Es folgt der wirkliche herzliche Abschied. Alle sind wir uns einig, nach diesem außergewöhnlichem und in diesem Ausmaß auch nicht erwartetem Erfolg (nicht meine Worte, ich zitiere Achim und die örtliche Presse) müssen wir nächstes Jahr wiederkommen. Also...ich wäre dabei. Erste Flugetappe: lächerliche 6 Stunden, die sich trotzdem hinziehen. Dann zwei Stunden abdümpeln in Kuala-Lumpur (oder KL, wie der abgebrühte Jet-Set lässig murmelnd fallen läßt). Beim Boarding für die zweite Flugetappe werden wir von einem freundlich lächelnden, aber schwer bewaffneten Flughafenpolizisten angehalten: Einer von uns soll ihm folgen und einen von unseren Koffern identifizieren. Mit unguten Gefühlen folge ich ihm; im Geiste vor mir: von Busreifen zermatschte Koffer oder von Förderbändern zerpflückte Bühnengarderoben. Ich muss drei Stockwerke in den Keller in einen von schweren Eisentüren gesicherten, kleinen Raum. Hier bewacht ein ebenfalls schwer bewaffneter und nicht lächelnder Polizist m e i n e Anzugtasche; sieht eigentlich ganz heil aus... Er zeigt mir eine Röntgenaufnahme meiner Tasche, auf der sehr deutlich eine Pistole zu erkennen ist. Was das denn sei!?
Erleichtert kann ich ihm versichern, dass es sich um ein Spielzeug handelt, und ich Künstler bin, der manchmal als Cowboy verkleidet auf der Bühne steht. Ich muss unter vorgehaltener Waffe die Kenn-ein-Land-Pistole auspacken, und erst als ich meine Waffe auch entladen habe, können die beiden auch lachen. Ich gratuliere ihnen zu ihrem Fund (die Kollegen in Frankfurt und Perth haben die Pistole nicht entdeckt!), muss die Pistole aber dalassen; Waffen egal welcher Art sind in Malaysia verboten. Weiterflug: nochmal lächerliche 12 Std. Gepriesen sei die vielfältige Unterhaltungselektronik der Malaysia-Air: Monitor an jedem Platz, 5 Filme, 10 Spiele, 20 Radioprogramme aus aller Welt (der Koreaner muss unter den Asiaten die Schmalzlocke sein) und CNN-News, die allerdings noch mit Meldungen aus der 1. Runde der Fußball-WM aufwarten. Mit englischen Filmen (chinesische Untertitel), Lammbraten, Beckenbauer (Einer wie ich), austr. Rotwein (sehr lecker) und Nintendo-Autorennen daddeln wir uns in den Schlaf.
Als wir von der malayischen Boardcrew mit professionellem Lächeln und eingeschweißtem Frühstück geweckt werden, sind es nur noch zwei Stunden, bis uns ein fröhlich strahlender Freddy, der sich eine Nacht um die Ohren gehauen hat, am Flughafen Frankfurt empfängt. Fast unglaublich: die Koffer sind vollzählig und unversehrt angekommen. Leider wahr: Die 6-Zylinder haben alle Pullover und Jacke an. Wir sind wieder in Deutschland. |
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